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Der Knabenchor in den Medien

Hannoversche Allgemeine Zeitung, 12.03.2012
Lebensfreude mit Bach
Der Knabenchor Hannover und Studenten der Folkwang-Hochschule Essen mit einem Bach-Programm in der Marktkirche

Das war eine Premiere, wie Knabenchorleiter Jörg Breiding vor Beginn des Konzerts erklärte: Fünf Studenten von der Ruhr führte er erstmalig mit dem Knabenchor zusammen, ließ sie, anstatt selbst nach vorne zu treten, das Konzert dirigieren. Und auch die Solisten kamen von der Folkwang-Hochschule mit. Breiding unterrichtet schließlich auch Chorleitung an Essens Musikakademie.


Den Anfang machte Valerie Pöllen mit der Motette "Der Geist hilft unsrer Schwachheit auf". Obwohl für eine Beisetzung komponiert, ist dieser Chorsatz keineswegs ein düsteres, schwermütiges Stück. Bach komponierte die Suche nach Gott in Tod und Leben mit ebenso hoffnungsvollen wie entschlossenen Farben. Die junge Dirigentin sorgte mit ruhiger und klarer Zeichengebung für eine äußerst plastische Wiedergabe mit ausgewogener Mischung von Sängern und Instrumentalisten. Letztere stehe in der Kantate "Herz und Mund und Tat und Lebern" etwas mehr im Vordergrund, weil Bach hier, vor allem in Oboen und Trompete, eine sehr farbige Instrumentierung einsetzt.
Den ersten Tei der Kantate dirigierte die Französin Isabelle Métrope, den zweiten die Koreanerin Eun Joo Song. Beide brachten diese feinen Farben in den Chorsätzen wie vor allem in den Arien gut zur Geltung. Dabei unterstüzten sie die Solisten des Ensembles für Alte Musik sehr klangschön. Christina Maria Heuel, Paulina Steinmeier, Fabian Strotmann und Bruno Vargas sangen die Arien und Rezitaitve, von kleinen technischen Trübungen abgesehen, mit sicherem Gespür. Die Amerikanerin Joan Mokroß und der Koreaner Yu Sun Hwang brachten schließlich die famose Motette "Singet dem Herrn ein neues Lied" zum Glänzen. Dieses vor Freude und Lebensbejahung nur so sprühende Stück nutzt der Knabenchor noch eine Spur mehr als in den vorangegangenen Werken, um seine beispielhafte Klangkultur und die schiere Schönheit des stimmlichen Materials zu zeigen. Besonders im Schlusschor "Lobet den Herrn in seinen Taten" animierte Hwang das Ensemble zu mitreißender Gestaltung. Für die spontanen Bravorufe und begeisterten Beifall gab es dann noch Mendelssohn Bartholdys "Jauchzet dem Herrn alle Welt". So viel Freude beim Singen zu haben, macht ebenso viel Spaß beim Zuhören.

Christian Schütte


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