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Der Knabenchor in den Medien

Hannoversche Allgmeine Zeitung, 06.06.2011

Zwei Ständchen
Echte Männerstimmen bei "Knabenchor & Friends"

Männerchöre haben nicht das beste Image. Unwillkürlich denkt man an betagte Herren, die mit der Höhe kämpfen und an ihr scheitern, an Jägerchor und Abendruh'. Zeit, dieses Image aufzupolieren, mag sich der Knabenchor Hannover gedacht haben. Er veranstaltete in der Reihe "Knabenchor & Friends" ein Benefizkonzert mit den Männerstimmen des Chores und dem Pianisten Markus Becker als "Friend". In der Galerie Herrenhausen erinnerte ihre beeindruckende Aufführung nur durch eine Sache zeitweilig an Männergesangvereine: das Repertoire. Max Regers kurze A-cappella-Lieder "Das Lieben bringt groß' Freud", "Sehnsucht", "Lebewohl" und Felix Mendelssohns "Wasserfahrt" klingen sehr nach volksliedhaftem Strophenlied. Und das große Thema ist selbstverständlich die Liebe, in all ihren herzschmerzlichen Ausprägungen.


Die Interpretation jedoch ließ nicht an verstaubte Männerchöre denken - obwohl einige der Sänger in der Tat nicht mehr zu den Knaben gezählt werden können. Mit lupenreiner Intonation, klanglicher Ausgewogenheit, samtigem Timbre und exzellenter Textverständlichkeit zogen die rund 35 Sänger das Publikum in ihren Bann. Besonders eindrucksvoll waren die Lieder Franz Schuberts ("Der 23. Psalm", "Ständchen" und "Gesang der Geister über dem Wasser"), das "Ständchen" von Franz Abt und die beiden Lieder des Zeitgenossen Alfred Koerppen, der dem Chor durch seine Position im künstlerischen Beirat verbunden ist. Während dessen erstes Lied, "Auf Erden gehest du", in der Anlage noch eher traditionell klang, verwendet er bei "Sommernacht" einen Sprechchor, der die Aussage des Lieds lautmalerisch unterstützte. In Schuberts "Ständchen" konnte Bariton Nils Ole Peters mit zurückgenommener Dynamik und heller, fast tenoraler Farbgebung brillieren, in Abts "Ständchen" glänzten vor allem die Tenöre im Chor.

Bei den Schubert-Liedern wurde der Chor von Markus Becker begleitet, der auch einige Solowerke, darunter ein Brahms-Scherzo, Beethovens e-Moll-Sonate und zwei Sätze aus Debussys "Estampes" spielte. Mit seiner Auswahl virtuoser Stücke drängte er sich dabei etwas vor die Hauptakteure - vor allem in der Zugabe mit Chick Coreas "Spain". Trotzdem entließ das Publikum auch den Chor erst nach zwei Zugaben in die klare Abendluft der Herrenhäuser Gärten.

Ulrike Eberle


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