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Bis zum Ural - und noch ein Stück weiter

Der Knabenchor Hannover auf Konzertreise in die Russische Förderation

Bis zum Ural - und noch ein Stück weiter
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Der Flug verläuft relativ ruhig und endet aufgrund der Wetterlage und dem damit verbundenen starken Westwind wieder im Zeitplan um 03:00 Uhr Ortszeit in Perm. Mit ihrer imposanten Größe von einer Million Einwohner stellt Perm die östlichste Großstadt Europas dar und bildet einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt auf dem Weg nach Sibirien.

Nach der Einreise lernt der Chor die russisch- und deutschsprachige Assistentin Alexandra Agapova vom Koordinationsbüro der Programme des Goethe-Instituts / der ERGO GmbH (Leiterin: Evelina Birjukova) kennen. Sie wird den Chor während des Aufenthalts in Perms begleiten. Mit zwei Bussen erreicht die Gruppe schließlich das Hotel um ca. 5.00 Uhr morgens.

 

1.Tag - Perm

Samstag 21.07.2012

Nach einer kurzen Nacht aber im Rhythmus der Ortszeit (4 Stunden Zeitverschiebung) beginnt der erste Tag mit einem Einsingen um 11.15 Uhr und einem anschließenden reichhaltigen Mittagessen mit dem traditionellen Borschtsch. Das Wetter ist für die Jahreszeit und die Region eher kühl bei angenehmen 20 Grad. Nach einer kurzen, erholsamen Mittagspause findet für den Chor eine erste kurze Stadtführung statt. Der Chor erhält während des Stadtrundgangs wichtige Informationen über die Stadt und Region. Die Tour endet mit einer Besichtigung der nationalen Gemäldegalerie, die in einer ehemaligen Klosteranlage untergebracht ist. Parallel zur Stadtführung findet eine Begegnung zwischen dem Minister für Kultur Herrn Aleksander Protasevitsch und der Chor- und Reiseleitung statt. Der Minister spricht seinen Dank für den Besuch des Chores aus. Er berichtet davon, welche Schwierigkeiten im Bereich Kultur gerade durch den letzten Gouverneurswechsel bestehen und inwiefern die Zusammenarbeit und der Austausch mit den niedersächsischen Chören und Musikkulturorganisatoren seine Arbeit bereichern und maßgeblich inspirieren. Er erläutert, welche Bedeutung das Konzert in der Region von Lyswa für seine kulturelle Arbeit hat.

Die Leitung trifft auf den Knabenchor in der Gemäldegalerie und kommt dort der spontanen Bitte einiger Besucher, dort ein Stück vorzutragen, nach. Somit singt der Chor Mendelssohns "Jauchzet dem Herrn" vor beeindruckender Kulisse zwischen den Kunstexponaten mit der besonderen Akustik einer ehemaligen Kathedrale.

Der Tag klingt für die Knaben mit einer Probe in der Orgelhalle, in der zwei Tage später das zweite Konzert der Reise stattfinden wird und dem anschließenden Abendessen im Hotel aus. Während der abendlichen Probe der drei Männerchorstücke werden einige Gäste einer im Hotel feiernden Hochzeitsgesellschaft auf die singenden Tenöre und Bässe des Knabenchores aufmerksam. Gerne kommen die Männer des Chores dem Wunsch nach, dort ein spontanes "Überraschungsständchen" zu singen. Nach einführender Moderation und großem Jubel singt der Männerchor "Das Lieben bringt groß' Freud" von Max Reger.

 

2.Tag - Konzert in Lyswa

Sonntag, 22.07.2012

9.00 Uhr Treffen und Busfahrt nach Lyswa durch die Taiga. Der Chor sieht eine eindrucksvolle, waldreiche Landschaft mit vielen Seen und Flüssen. Der Busfahrer muss aufgrund der zahlreichen Schlaglöcher auf der Straße immer wieder die ansonsten recht hohe Reisegeschwindigkeit reduzieren. Die einfachen Verhältnisse der Region werden dem Chor während des Zwischenstopps bei einem Toilettengang ohne Fließendwasser bewusst.

Der Chor hat an diesem ersten Konzerttag der Reise immer wieder Pausen und kann ruhig und recht entspannt auf das abendliche Konzert in Lyswa blicken. Eine eineinhalbstündige Chorprobe im Kulturzentrum wird zur musikalischen Arbeit an den neueren Programmteilen genutzt.

 

Die Stellprobe im Konzertsaal verschiebt sich wegen eines Stromausfalls in dem Gebäude um eine Dreiviertelstunde. Alle Programmteile kommen in dem mit ca. 650 Plätzen ausverkauften Haus sehr gut an, die Knabensolisten und auch die Stücke des Männerchores werden begeistert mit Beifall bedacht.

Nach ersten Bravo-Rufen nach den Rachmaninoff-Stücken wird Händels "Hallelujah" euphorisch bejubelt. Die Begeisterung nimmt dann noch zu, als der Knabenchor das russische Lied der „Bremer Stadtmusikanten“ singt. Mehrfacher Zwischenapplaus zeigt wie begeistert das Publikum den Knabenchor aufgenommen hat.

 

Nach dem Konzert bekommen der Chorleiter und der junge Pianist Georg Drake - ein Mitglied des Knabenchores - Blumen von Publikum und Veranstaltern überreicht. Die Leiterin der Konzerthalle und ein örtlicher, kommunaler Vertreter richten Worte des Dankes an den Chor.

 

Für jedes Chormitglied gibt es einen Ansteck-Button mit der Aufschrift: "Die Straßen von der Heimatstadt Lyswa" von Frau Irina Kutschumova, Leiterin der Abteilung für Kultur in Lyswa. Am CD-Stand werden viele CDs verkauft, eine Vielzahl handsigniert. Etliche Knaben werden von begeisterten Konzertbesuchern angesprochen, und gemeinsame Fotos werden gemacht.

 

Ab 22:30 Uhr kehrt langsam Ruhe im Knabenbus ein. Es wird vereinzelt Musik gehört oder einfach nur nach einem langen Tag geschlafen.

 

3. Tag

Montag, 23.07.2012

Am heutigen Tag findet zunächst eine Freizeit statt, in der die Knaben mit ihren betreuenden Männerstimmen Ausflüge in die Umgebung des Hotels unternehmen können. Sie besichtigen Kathedralen, machen einen Spaziergang am Ufer des Flusses Kama oder gehen durch die Einkaufszentren. Am Nachmittag findet in der Orgelhalle eine letzte Bühnenprobe statt, das sich anschließende Konzert um 19.00 Uhr ist sehr gut besucht. Durch das Programm führt die Direktorin der Orgelhalle, sie stellt den Chor vor und gibt Informationen zu den Stücken. Außerdem spricht der Minister für Kultur, Herr Aleksander Protasewitsch, er bedankt sich bei dem Chor und berichtet dem Publikum von der Konzertreise nach Lyswa. Das Publikum im mit 300 Zuhörern fast ausverkauften Saal ist von dem Programm und der künstlerischen Leistung des Chores begeistert. Nach dem Konzert findet ein Gespräch mit der Direktorin des Musikcolleges statt. Sie berichtet von der guten Zusammenarbeit mit dem Landesmusikrat Niedersachsen und erwähnt, dass trotz der Sommerpause etliche Studenten des Musikcolleges unter den Zuhörern waren.

 

4. Tag

Dienstag, 24.07.2012

Der Vormittag beginnt mit einer Stadtrundfahrt per Bus. Neben zahlreichen historischen Bauten, die das Stadtbild prägen, ist das Militär und der 2. Weltkrieg immer wieder Thema der Ausführungen der Reiseleiter. Hauptpunkt an diesem Vormittag ist der Besuch eines Freilichtmuseums für Panzer und Raketen aktuellen Datums. Perm war nach dem 2. Weltkrieg das Zentrum russischer Rüstungsindustrie. Zum Anschluß des Vormittags wird dieser Teil der Stadtführung durch die Reiseleitung des Chores intern mit dem Chor kritisch beleuchtet. Weiterhin standen auf dem Besichtigungsprogramm das Tschaikowsky Opernhaus, welches weltberühmte Ballett-Tänzer hervorgebracht hat und immer noch bringt.

Im Hotel findet am Nachmittag eine Begegnung mit der Leiterin des Permer Knabenchores, Frau Larissa Noskova, statt. Eine kleine Besetzung des Knabenchores Hannover begrüßt die Permer Chorleitung mit einem kurzen Auftritt in der Hotelhalle.

Gesprächsinhalt zwischen den Chorleitungen ist unter anderem die jeweilige Organisationsstruktur der Einrichtungen, sowie die künstlerischen und musikalischen Schwerpunkte in der Chorarbeit. Mit großem Interesse erkundigen sich die Mitarbeiter des Permer Knabenchores nach dem Ausbildungskonzept des hannoverschen Knabenchores und beide Seiten tauschen Chorliteratur untereinander aus.

 

5. Tag

Mittwoch, 25.07.2012

Nach dem Frühstück und dem Checkout aus dem Hotel findet der Bustransfer zum Flughafen statt. Am Flughafen verabschiedet sich der Chor von den Mitarbeitern der ERGO GmbH und reist mit einer Aeroflot-Maschine nach Moskau. In Moskau landet der Chor um 12.50 Uhr Ortszeit. Das Wetter ist mit 29 Grad deutlich wärmer als in Perm. Ein Mitarbeiter des Tschaikowsky-Konservatoriums begleitet den Chor auf seinem Bustransfer zum Hotel. Der Chor übernachtet im Hotel Cosmos, das zu den Olympischen Spielen 1980 erbaut wurde und das mit seinen 25 Stockwerken und fast 5000 Betten ein imposanter Zeitzeuge aus sowjetischen Zeiten ist. Der Chor ist im 22. Stock untergebracht und hat von dort aus einen beeindruckenden Blick über die Millionenstadt Moskau. Im Hotel trifft der Chor auf Natalia Dahl (die als Privatperson Auftritte und Rahmenprogramm für den Knabenchor in Moskau organisiert hat) und Dr. Anton Rovner. Nach dem Abendessen singt der Chor in der Lobby des Hotels einige Stücke aus dem Konzertprogramm. Am Abend sitzt das Leitungsteam mit Natalia Dahl zusammen und bespricht detailliert den Aufenthalt in Moskau. Da ein geplantes Sponsoring von Bussen kurzfristig ausgefallen ist, wird aus Kostengründen auf die günstige Metro ausgewichen. Für den Transport der Konzertanzüge sowie für 20 der jüngsten Teilnehmer ist es dennoch gelungen, für den Aufenthalts einen kleinen Bus mieten zu können.

 

6. Tag

Donnerstag, 26.07.2012

Da die Sponsoren für den Bustransfer während des Moskauaufenthalts nicht mehr zur Verfügung stehen, benutzt der Knabenchor an diesem Tag öffentliche Verkehrsmittel und fährt zur renommierten „Kinderklinik für Traumatologie und Notfallmedizien“ mit der Metro. Die Fahrt mit der Metro ist sehr beeindruckend und mit Hilfe von vier Guides trotz der großen Menschenmassen gut organisiert. Nathalia Dahl informiert während der Fahrt und während der Fußwege über Sehenswertes und geschichtliche Zusammenhänge. Im Kinderkrankenhaus findet im Anschluss an eine Probe ein Konzert statt, an dem der renommierte Leiter der Klinik, Professor Leonid Roshal,  die Chefärztin, leitende Ärzte, sowie zahlreiches Klinikpersonal und die behandelten Kinder teilnehmen. Das Konzert wird begeistert aufgenommen, das solistisch vorgetragen Lied "Sehnsucht nach dem Frühling" rührt die Klinikleitung zu Tränen, eine doppelchörige Motette von Heinrich Schütz führt zu einem besonderen Hörerlebnis und das bekannte russische Kinderlied „Die Bremer Stadtmusikanten“ wird von den Kindern und Erwachsenen sogar vereinzelt mitgesungen. Professor Roshal bedankt sich herzlich mit einer Rede und lädt den Chor, sollte sich die Möglichkeit hierzu ergeben, zu einem weiteren Besuch ein. Den Abschluss bildet eine Krankenhausführung, bei der die Hubschrauberstation, der Schockraum, die Kernspinntechnologie und die alte Krankenhauskathedrale besichtigt werden kann.

Am Abend findet in dem Fernsehsender "Kultur" (tvkultura) ein Interview mit Jörg Breiding statt, das am Abend des Konservatoriumkonzerts ausgestrahlt werden soll. Die Fragen des Interviews betreffen die zukünftige Repertoirewahl des Chores bezüglich möglicher russischer Chorliteratur, inwiefern die Chorsänger später beruflich mit Musik zu tun haben werden, ob die Altstimme im Chor von Knaben oder von Falsettisten besetzt wird und das weitere Programm der Konzertreise.

 

7. Tag

Freitag, 27.07.2012

Für den heutigen Tag erhält der Chor Busse für die Transfers durch die Deutsche Botschaft gestellt. Am Morgen geht die Fahrt zur katholischen Kathedrale Immaculata Conception. Diese Kathedrale der polnischen Gemeinde ist eine von zwei katholischen Kirchen Moskaus und die größte katholische Kathedrale Russlands. Hier findet eine Generalprobe für das Konzert am nächsten Tag statt.

Die Chorleitung besichtigt mittags die Kremlräumlichkeiten und wählt unter mehreren zur Verfügung stehenden Räumen die Ausstellungsräume des Zarenschatzes als Konzertraum aus. Diese alten Säle eignen sich mit ihren hohen Deckengewölben, der damit verbundenen guten Akustik und der Besonderheit der Museumsexponate gut für die Aufführung der Chormusik. Bei der Beschaffung der für das Kremlkonzert notwendigen Papiere findet der Chor im Laufe der nächsten drei Tage große Unterstützung bei Frau Fixon aus dem Kulturreferat der Deutschen Botschaft.

Nachmittags fährt der Knabenchor mit den Bussen zu der ev.-luth. Peter und Paul Kirche. Sie ist die Hauptkirche der evangelisch-lutherischen Kirche des europäischen Teil Russlands. Das mit etwa 350 Zuhörern gut besuchte Konzert bestreitet neben dem Knabenchor noch die Organistin der Kirche, die die Chorblöcke durch Orgelmusik unterteilt. In Vertretung des Deutschen Botschafters, Herrn Brandenburg, spricht Gesandter Herr Dr. Birgelen die Begrüßungsworte.

Das Abendessen im Hotel wird mit Unterstützung des Kulturreferats der Deutschen Botschaft ermöglicht. Während dieses Abendessens berichtet Frau Fixon von den Kulturprojekten der Botschaft und erkundigt sich nach der Unterrichtsstruktur, den Reisen und Auftritten des Knabenchores Hannover.

 

8. Tag

Samstag, 28.07.2012

Der Chor besucht das die Moskauer Chorakademien (gegründet von Prof. Victor Popov) wird dort dem Leiter, Herrn Nikolai Azarov, vorgestellt. Der Knabenchor Hannover bekommt eine Führung durch das Gebäude und erfährt etwas über die Unterrichtsstruktur dieses Konservatoriums. Die Chorakademie bildet Chorsänger, -leiter und Gesangssolisten auf allerhöchstem Niveau aus. Die Leitung des Konservatoriums wünscht sich eine musikalische Kostprobe der hannoverschen Besucher zu hören. Dieser Bitte kommt der Chor gern nach. Im Anschluss an ein Einsingen wird Mendelssohn Bartholdys "Jauchzet dem Herrn alle Welt" gesungen.

Am Nachmittag bricht der Chor zu einer Messe in die katholische Kathedrale Immaculata Conception auf. Hier untermalt der Chor mit vier Stücken die Messe. Das anschließende Konzert in der mit ca. 350 Besuchern sehr gut gefüllten Kathedrale wird begeistert aufgenommen. Die Zwischenmusiken spielt der junge Geiger Bogdan Khmara.

 

9. Tag

Sonntag 29.07.2012

Da keine gemeinsamen Besichtigungstermine, Begegnungen oder Konzerte geplant sind, unternehmen die Chormitglieder an diesem Tag unter eigener Regie Besichtigungen in Moskau. In kleinen Gruppen werden Exkursionen zur Außenbesichtigung des Kremls, zur Christi-Erlöser-Kathedrale, zur Basiliuskathedrale, zum Leninmausoleum und in den alten Teil Moskaus unternommen.

 

10. Tag

Montag, 30.07.2012

Die Besichtigung des inneren Teils des Kremls steht auf dem heutigen Programm. Der Chor erfährt etwas über die Funktion und den Bau der bestehenden Regierungsgebäude, die große Kanone, die große Glocke und die Kathedralen. Exemplarisch besichtigt der Chor in mehreren kleinen Gruppen die Mariä-Verkündigungs-Kathedrale. Schwerpunkte der Besichtigung sind die ausgestellten Ikonen, der Reliquienschrein und die Wandbemalung der Kathedralenwestseite.

Das Mittagessen findet im Tschaikowsky-Konservatorium statt. Die Chorleitung trifft Frau Maria Karatygina, der Koordinatorin des Chorfestivals „We gather friends“ des Konservatoriums, und besichtigt den Rachmaninov-Saal, in dem am nächsten Abend das Eröffnungskonzert der Sommer-Konzertreihe des Tschaikowsky-Konservatoriums stattfinden wird.

Der Abend beginnt mit einem Einsingen und einer Probe im Kreml. Nach einer kurzen Besichtigung der Exponate und einer Begegnung mit der Leiterin des Museums, Frau Gagarina, findet vor etwa 100 Zuhörern das Konzert im Kreml statt. Für den Knabenchor gehört dieser Auftritt zu einem der Höhepunkte Konzertreise, da es nicht jedem Chor gestattet werden an diesem bedeutsamen Ort ein Konzert zu geben.

 

11. Tag

Dienstag, 31.07.2012

 

Da die kommende Nacht durch den frühen Weiterflug nach Tjumen sehr kurz ausfällt, beginnt der Tag mit einem späten Frühstück und einem freien Vormittag.

Das abendliche Konzert im großen Saal des Tschaikowsky-Konservatoriums stellt einen besondern Höhepunkt auf dieser Reise dar. Das Eröffnungskonzert des internationalen Festivals „We gather friends“ ist mit mehr als 500 Zuhörern ausverkauft, weitere Konzertbesucher stehen in den Gängen oder sitzen auf den Fensterbänken. Der Moskauer Kulturfernsehsender schneidet das gesamte Konzert mit und führt zahlreiche Interviews mit den verschiedenen Gruppen des Chores (Leitung, Stimmbildner, Sänger) durch. Die große Freude und Begeisterung des Publikums wird in dem Applaus, der Menge der Zugaben, den zahlreichen Gesprächen und dem Verkauf der CDs deutlich. Unter den Besuchern ist eine Vertreterin der Landesvertretung Niedersachsens, die den Chor herzlich begrüßt.

 

12. Tag

Mittwoch, 01.08.2012

Am frühen Morgen, um 5.45 Uhr findet der Checkout aus dem Hotel in Moskau statt und der Chor beginnt seine Weiterreise nach Tjumen mit der Aeroflot-Maschine. Tjumen liegt 1800 Kilometer östlich von Moskau entfernt, ist die Hauptstadt (600.000 Einwohner) der gleichnamigen Oblast in West-Sibirien und 2 Zeitzonen von Moskau entfernt. Der Flug verläuft ruhig und der Chor erreicht Tjumen um 14.20 Uhr Ortszeit. Bereits am Flughafen macht der Chor die Bekanntschaft mit der Dolmetscherin Ksenia Saitseva, die den Chor während des Tjumen-Aufenthalts begleiten wird.

Nach dem reibungslosen Bustransfer in das Hotel und dem Einchecken fährt die Chor- und Reiseleitung zu einer Begegnung mit dem Direktor der Philharmonie, Herrn Dr. Birmann, und Frau Nadeshda Kovalenko. Bei dieser Begegnung werden Gastgeschenke ausgetauscht und der Aufenthalt mit Proben, eines Workshops und Konzerten besprochen. Die Aufnahme erfolgt äußerst herzlich. Tjumen unterhält seit Jahren freundschaftliche Beziehung nach Niedersachsen und eine Partnerschaft nach Celle. Zudem ist in Tjumen eine große Gruppe Russlanddeutscher organisiert.

 

13. Tag

Donnerstag, 02.08.2012

Am Vormittag findet eine Besichtigungstour durch Tjumen statt. Der Chor besichtigt eindrucksvolle Kirchen, ein Männerkloster und die neugestaltete Promenade am Fluss Tura. Überall in der Stadt ist Aufbruchstimmung spürbar, das Straßenbild beeindruckt mit modernen Bauten der Gas- und Ölindustrieverwaltung, neuerbauter Infrastruktur und Blumenschmuck an den Straßenrändern und auf den öffentlichen Plätzen.

Die Chorprobe am Nachmittag wird in der Philharmonie abgehalten. An dieser Probe nimmt neben dem Knabenchor auch der Chor der Philharmonie sowie dessen Leiterin Frau Angelika Talanzeva Lvovna teil. In den Konzerten sollen die russischen Stücke des Komponisten Rachmaninov sowie die Zugabe, das Halleluja aus Händels Messias, gemeinsam gesungen werden.

 

14. Tag

Freitag, 03.08.2012

 

Den freien Vormittag nutzen die Chormitglieder, um nochmals auf eigenen Wegen die Stadt zu erkunden. Verwundert blicken einige Knaben und Männer auf die alten Busse, bei denen die Beschriftungen in deutscher Sprache nach dem Verkauf nach Sibirien nicht entfernt wurden. So weisen sie beim Einstieg die Fahrgäste mit „Zeitkarten“ durch die linke vordere Tür, „Barzahler“ durch die rechte.

Zur gleichen Zeit probt Knabenchor-Leiter Jörg Breiding auf Wunsch des Chores des Philharmonie Tjumen mit den Profi-Sängern einige Stellen aus dem Deutschen Requiem von Johannes Brahms. Die Chorsänger haben großes Interesse daran zu erfahren, mit welcher Intonation und Interpretation dieses Werk in Deutschland aufgeführt wird. Im Rahmen des rund zweistündigen Workshops werden zudem Fragen der Aussprache geklärt.

An eine ausgedehnte Probe schließt sich das Konzert in der Philharmonie an, die mit 1200 Plätzen beeindruckend groß ist. Beide Konzerte sind bereits lange im Voraus ausverkauft. Der Knabenchor Hannover stellt mit seinem Aufenthalt in Tjumen die erste musikalische Delegation des Landes Niedersachsen in dieser Region dar. Auf musikalischer und organisatorischer Ebene findet ein reger Informationsaustausch statt. Nach dem Konzert sitzt die Leitung des Chores mit dem Chor der Tjumener Philharmonie in freundschaftlicher Atmosphäre zusammen. In diesem eher kleinen Kreis werden neben solistischen, musikalischen Darbietungen auch wichtige persönliche Kontakte geknüpft. Sehr herzlich wird die Bitte an den Knabenchor herangetragen, sich für eine Einladung an den Chor der Philharmonie für einen Besuch in Hannover und Deutschland einzusetzen. Dieser Bitte werden wird der Knabenchor Hannover gern nachkommen.

 

15. Tag

Samstag, 04.08.2012

Der letzte Tag der Reise wird durch den Aufbruch mitten in der Nacht wieder sehr anstrengend und so beginnt der letzte Tag in Tjumen mit einem freien Vormittag – Zeit zum Packen und zum Einkauf letzter Souvenirs.

Der zweite Konzertabend in der Philharmonie findet wieder vor ausverkauftem Haus statt. Das Programm wurde in einigen Teilen gegenüber dem Vorabend leicht verändert. Gemeinsam mit dem Chor der Philharmonie aus Tjumen singt der Knabenchor die beiden Chorkompositionen von Sergej Rachmaninov, wobei jeweils ein Stück von Jörg Breiding und eines von der Chorleiterin der Philharmonie dirigiert wird. Im Anschluss an das Konzert verabschieden sich die beiden Chöre zeitig voneinander, da dem Knabenchor am darauf folgenden Tag ein langer Reisetag bevorsteht.

16. Tag

Sonntag, 05.08.2012 - Rückkehr

An diesem Reisetag ist der Knabenchor geplant 19 Stunden unterwegs und muss insgesamt sieben Mal umsteigen. Durch Probleme mit dem Lufthansaflug und der deutschen Bahn werden daraus im Laufe des Tages 21 Stunden mit acht Umstiegen.

Der Knabenchor verlässt das Hotel pünktlich nach Plan um 4.30 Uhr am Morgen. Die Zeit am Zielort Hannover beträgt jetzt erst 0.30 Uhr. Die Busse stehen bereits zur Abfahrt bereit. Leider lässt sich nach dem Beladen des Busses die Kofferraumklappe nicht mehr schließen. Da die Klappe während der Fahrt nicht unkontrolliert aufgehen darf, der Flughafen aber zeitnah erreicht werden muss, brechen die Busfahrer die defekte Klappe kurz entschlossen ab und laden die Koffer stattdessen in den Businnenraum. Am Flughafen Tjumen verläuft daraufhin der Check in reibungslos und Moskau-Sheremetjevo wird planmäßig erreicht. Da der Chor zur Weiterreise zum Flughafen Moskau-Domodedevo gelingen muss, eine Reise mit dem Bus durch die Millionenmetropole durch die Verkehrsstaus zu unvorhersehbar ist, nutzt der Knabenchor die öffentlichen Verkehrsmittel Aeroexpress, die Metro und noch einmal einen Aeroexpress. Bei diesem Transfer findet der Chor keine Hinweisschilder, obwohl zwischen den Bahnhöfen der Metro und den Bahnstationen des Aeroexpresses beachtliche Fußwege liegen. Den Weg muss sich der Chor deshalb durch die Metropläne und durch Befragen anderer Passanten erfragen. Zwischendurch muss der Chor immer wieder mit dem Reisegepäck Treppen steigen und einmal sogar eine plötzlich stehenbleibende etwa hundert Meter lange Rolltreppe zu Fuß hinauf steigen. Nach 4 Stunden Reise durch Moskau erreicht der Chor den internationalen Flughafen Domodedevo und erfährt, dass der Lufthansaflug um etwa 1,5 Stunde verschoben wird. Die Anschlussverbindung in Deutschland ist damit bereits jetzt verpasst. Eine weitere Zugverlegung ermöglicht dem Chor noch eine Fahrt mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof und durch einen Zugausfall erübrigen sich auch die zwischenzeitlich erneut organisierten Platzreservierungen. Nach 21 Stunden Reise erreichen die Chormitglieder müde aber glücklich den Hauptbahnhof von Hannover und werden von wartenden Eltern mit Transparenten und Beifall empfangen.

Eine beeindruckende und ereignisreiche, aber auch eine anstrengende Konzertreise für den Knabenchor Hannover geht nach 16 Reisetagen zu Ende. Alle Kinder werden gesund ihren Eltern übergeben und in die Ferien verabschiedet.

 

Für den Knabenchor Hannover/Reisechor: Ricarda Breiding, Christian Eggers

Der Knabenchor Hannover auf Konzerttournee in die Russische Förderation
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